Hypnose-Verbrechen

April 7, 2010

Einleitung

Wenn man bei Google nach den Schlagwörtern „Hypnose“ und Verbrechen“ sucht, so erhält man über 25 000 Treffer! Es besteht offensichtlich ein erhebliches Interesse an der Frage, ob man Hypnose zu verbrecherischen Zwecken mißbrauchen kann.

Diese Frage spielt auch in  Filmen und Romanen eine Rolle, und auch das Fernsehen sendet ab und zu einen Bericht zu diesem Thema. Und auch unter Hypnotiseuren wird dieses Thema  immer wieder diskutiert. Man wird dabei die verschiedensten Meinungen finden.

Einige sagen, daß jemand während einer Hypnose nichts macht, was man sonst nicht auch machen würden. Namhafte Psychologen vertreten diese Meinung, und die meisten Therapeuten, die Hypnose anwenden, stimmen dem zu.

Andererseits wird man ganze Online-Bücher finden, die das exakte Gegenteil behaupten. Dann wird man wiederum Filmszenen auf einigen Seiten entdecken,  die  scheinbar eine eindeutige Entscheidung bringen: Hypnotisierte begehen da die ungeheuerlichsten Verbrechen bis hin zum Mord. Dabei können sie scheinbar gar nicht anders, weil der Hypnotiseur sie durch Suggestionen täuscht. Er suggeriert zum Beispiel, daß ein Mensch, auf den der Hypnotisierte schießen soll, ein gefährliches Raubtier sei, gegen das er sich wehren müsse, um zu überleben. Und der Hypnotisierte schießt tatsächlich, auch wenn die Waffe natürlich nicht geladen ist.

Manche dieser Videos stammen aus Sendungen, die im Fernsehen ausgestrahlt wurden. Die entsprechenden Hypnotiseure versichern, daß sie ihre Subjekte zu schlichtweg allem bringen können, und scheinbar beweisen sie es ja auch überzeugend.

Vor einiger Zeit wurde sogar ein Experiment im Fernsehen gezeigt, bei der ein promovierter Psychologe einem Mann befahl, eine Frau aus dem vierten Stock zu schubsen. Er suggerierte im, es handele sich nur um eine Maschine, und er müsse dem Auftrag unbedingt ausführen. Mit Erfolg. Daraus schloß der Psychologe dann, daß durch Hypnose tatsächlich moralische Hemmungen ausgehebelt werden können.

Die Verwirrung  ist fast zwangsläufig. Sind nun diejenigen, die die Gefährlichkeit der Hypnose bestreiten, einfach naiv oder unwissend? Kennen sie vielleicht einfach nicht die richtigen Techniken? Oder mißfällt ihnen die Wahrheit, und verdrängen sie die Fakten, weil sie gerne ihre Patienten beruhigen wollen?  Oder ist die Sache vielleicht doch nicht so klar und einfach, wie es den Anschein hat?

In diesem Artikel möchte ich zum Nachdenken anregen und den Leser und die Leserin dabei mit einigen Ergebnissen der Hypnoseforschung bekannt machen, die sehr überraschend und zugleich faszinierend sind…und auch unter Hypnotiseuren nahezu unbekannt. Um sich einen ungefähren Eindruck darüber zu verschaffen, was Hypnose überhaupt ist, empfehle ich den entsprechenden Artikel der Wikipedia, mehr aber noch meine eigene Einführung.

(Auf eine „wissenschaftliche“ Diktion wird übrigens in diesem Artikel bewußt verzichtet, damit die Lektüre allgemein gut zugänglich und leserfrendlich bleibt. Einige Artikel werden im Text verlinkt, die jedoch anspruchsvoller sind und mehr voraussetzen als dieser Text.)

Was ist eigentlich das Problem?

Anders gefragt: Worum dreht sich eigentlich die Diskussion? Die Antwort scheint einfach: Natürlich darum, ob man mit Hypnose Menschen zu Verbrechen oder selbstschädigenden Handlungen bringen kann.

Und diese Antwort ist falsch.

Es geht nämlich um etwas ganz anderes. Die Frage lautet richtig: Kann man mit Hypnose Menschen in höherem Maße zu Verbrechen und selbstschädigendem Verhalten bringen als ohne Hypnose?

Dieser Unterschied ist keine Haarspalterei, sondern enorm  wichtig, denn die Psychologie hat gezeigt, daß man ein ganz erstaunliches Maß an Gehorsam auch ohne Hypnose erzielen kann, wenn man als eine „Autorität“ wahrgenommen wird. Und Autorität heißt hier nicht, daß jemand der Papst  oder die Bundeskanzlerin sein muß.

Es reicht völlig aus, ein Experimentalleiter bei einem normalen psychologischen Experiment zu sein.

Beim Milgram-Experiment zum Beispiel konnten viele Probanden dazu gebracht werden,  selbst dann vermeintliche Stromstöße gegen unschuldige Opfer (die in Wahrheit natürlich Schauspieler waren) einzusetzen, wenn diese erst vor Schmerzen schrien, dann gegen die Wand trommelten und ihre „Peiniger“ anflehten, daß sie aufhören sollten, und dann keinen Mucks mehr von sich gaben. Obwohl der Eindruck erweckt wurde, daß akute Lebensgefahr für das „Opfer“ bestehe, haben 65% der Versuchsteilnehmer selbst dann noch weitergemacht und die höchsten Stromschläge ausgelöst.

Viele zeigten dabei Symptome von erheblichem Streß wie Schweißausbrüche und Zittern – und dennoch machten sie mit! Hätte man dieses Experiment mit Hypnose gemacht, dann würde jeder sagen, daß damit die Macht der Hypnose zum Bösen schlagend bewiesen ist.

Wie beweist man was? Oder: Nichts ohne Kontrollgruppe!

Daraus kann man eines lernen:  Bei Versuchen zur Gehorsamsbereitschaft mit Hypnose braucht man Kontrollgruppen. Das sind Probanden, die denselben Bedingungen ausgesetzt sind wie die Hypnotisierten, demselben sozialen Druck, denselben Anforderungen. Nur mit dem Unterschied, daß sie eben nicht hypnotisiert sind.

Stellen Sie sich vor, ein Forscher will beweisen, daß man während einer Hypnose einen niedrigeren Blutdruck hat, als wenn man einfach nur da sitzt und nichts tut. Dazu mißt er den Blutdruck von zehn Hypnotisierten. Reicht das aus, um die Frage zu beantworten?

Ganz sicher nicht!

Er braucht eine Gruppe von wachen Personen, die einfach nur rumsitzen. Und er muß auch bei ihnen den Blutdruck messen! Und dann erst hat er einen Vergleich und kommt der Antwort näher. (Die Antwort auf diese Frage hängt übrigens von der Art der Hypnose ab.)

Ganz entsprechend verhält es sich auch mit dem Problem, ob Hypnotisierte eher zu „Verbrechen“ zu bringen sind als „wache“ Subjekte. Auch hier braucht man einen Vergleich zwischen Hypnotisierten und Nicht-Hypnotisierten, um Schlüsse ziehen zu können!

Am Beginn der Hypnoseforschung hat man das nicht beachtet und viele Experimente gemacht, bei denen keine “wachen“ Probanden dabei waren. Es wurden viele Versuche durchgeführt,  bei denen die Forscher die Hypnotisierte zu den unglaublichsten „Verbrechen“ bringen konnten; so „vergifteten“ sie auf Befehl hin andere Menschen mit Puderzucker, von dem man ihnen sagte, daß er Arsen sei. Oder sie „ermordeten“ Leute mit Gummidolchen, obwohl man ihnen suggerierte , daß es echte Waffen seien. Man ließ sie auch Gegenstände stehlen.

Es gibt sogar Experimente, bei denen man fast alle Probanden dazu bringen konnte, nach hochgiftigen Klapperschlangen zu greifen (die durch eine unsichtbare Glaswand verborgen waren). Obwohl die Probanden teilweise extreme Angst hatten, gehorchten sie.

Bei einem anderen Experiment schütteten die Versuchsteilnehmer anderen Leuten ätzende Säure ins Gesicht, obwohl sie gesehen hatten, wie sich eine Münze in ihnen aufgelöst hatte. (Man hat die Säure natürlich heimlich gegen harmlose, aber täuschen echte Imitate ausgetauscht.)

Diese Experimente wurden jedoch wie gesagt nur mit Hypnotisierten gemacht, und man setzte keine „wachen“ Kontrollgruppen ein - und schon gar nicht solche, die denselben situativen Anforderungen und demselben sozialen Druck ausgesetzt waren wie die Hypnotisierten.

Offenbar gingen die Experimentatoren selbstverständlich davon aus, daß die „Wachen“ ja eh nicht bei solchen Versuchen mitmachen würden.  Ein Hypnoseforscher der damaligen Zeit, W.R.  Wells, meinte sogar,  wenn man bei solchen Experimenten Kontrollgruppen einsetzen würde, dann wäre das eine Farce.

Welch ein Irrtum!

Es konnte nämlich durch viele spätere Versuche eines ganz deutlich gezeigt werden: Daß bei solchen Experimenten fast alle mitmachen – ob hypnotisiert oder nicht!

Nicht-Hypnotisierte gehorchen in demselben (sehr hohen!) Ausmaß wie  Hypnotisierte. Sie machen ebenfalls nahezu allesamt bei den „ungeheuerlichsten“ Versuchen mit, nicht anders als die „tief Hypnotisierten“.

Wenn es manchen Hypnoseforscher nicht gelang, ihre Subjekte zu scheinbar unmoralischen Handlungen zu bewegen, dann vermutlich deshalb, weil sie ihnen unbewußt und unwillkürlich die Erwartung mitteilten, daß sie ein Scheitern der Experimente wollten.

Es ist heutzutage aber schon lange anerkannt, daß solche Versuche im allgemeinen hervorragend und mit nahezu allen Teilnehmern funktionieren, wenn man klar vermittelt, daß man den Erfolg erwartet! Man kann also folgenden Satz aufstellen:

Es ist sehr einfach, Probanden zu den ungeheuerlichsten vermeintlichen „Verbrechen“ zu bringen. Und auch zu scheinbar selbstschädigendem Verhalten, bis hin zur “Lebensgefahr“. Das gilt mit und ohne den Einsatz von Hypnose.

Und wir können  noch etwas konstatieren:

Wie wir gesehen haben, sind Kontrollgruppen also unverzichtbar, wenn man das „gefährliche“ Potential der Hypnose bestimmen will.

Ganz wichtig ist dabei natürlich, daß Hypnotisierte und „Wache“ wirklich gleich behandelt werden: Wenn man den Hypnotisierten in höhrem Maße (direkt oder  indirekt) vermittelt, daß ihr Mitmachen erwartet wird, dann wird das Ergebnis verfälscht.

Wie sieht es nun hinsichtlich Kontrollgruppen bei den üblichen  Experimenten im Internet aus, die die Macht des Hypnotiseurs beweisen sollen?  Die Antwort lautet: „Ernüchternd!“

Die Experimente, die man da so sieht, verwenden hypnotisierte Einzelpersonen und verwenden keine Kontrollgruppe. Das heißt, daß sie allein schon deshalb sehr wenig Aussagekraft besitzen und letztlich nichts beweisen können!

Leider wissen das aber viele Leute nicht. Sie denken wie Wells, daß „wache“ Versuchspersonen sowieso nicht bei solchen Experimenten mitmachen.

Es hat in der Tat auch in der Hypnoseforschung lange gedauert, bis man gemerkt hat, wie falsch diese Annahme trotz ihrer  großen Plausibilität ist. Sie erscheint fast als selbstverständlich - aber sie IST falsch.

Es gibt jedoch noch ein weiteres großes Problem mit den allermeisten vermeintlichen Beweisen für das Mißbrauchspotential der Hypnose:

Nämlich die implizite Annahme, daß Hypnotisierte etwas doof sind und auf alles reinfallen. (Auf die Annahme, daß man sie beliebig durch hypnotisch induzierte Halluzinationen täuschen kann, wird weiter unten eingegangen.)

Sind Hypnotisierte naiv?

Man stelle sich vor, daß ein Wissenschaftler oder ein Hypnotiseur ein Experiment mit einem Freiwilligen macht. Vielleicht sogar noch vor vielen Leuten, vielleicht sogar vor laufender Kamera. Dieser  Hypnotiseur befiehlt dem Freiwilligen jetzt, daß er jemanden umbringen soll.

Mal im Ernst:

Welcher vernünftige Mensch wird jetzt denken, daß das blutiger Ernst ist?

Wer wird glauben, daß das kein Experiment ist?

Wer wird denken, daß hier (vielleicht sogar vor laufender Kamera) ein Mensch umgebracht wird?

Daß der Hypnotiseur wegen Anstiftung zum Mord für die nächsten zwanzig Jahre ins Gefängnis will?

Daß draußen schon der vorbestellte Leichenwagen wartet?

Und das Putzteam, das das ganze Blut beseitigen soll?

Wer wird das glauben?

Eben.

Und Hypnotisierte sind nicht dumm. Tatsächlich hat man die hypnotisierten und nicht-hypnotisierten Teilnehmer nach solchen Experimenten, bei denen sie vermeintliche Verbrechen begangen haben,  gefragt, warum sie eigentlich mitgemacht haben.

Die Antwort von fast allen lautete: Sie glaubten, daß der Experimentator ein normaler Mensch ist und daher für Sicherheitsmaßnahmen gesorgt hat, auch wenn man diese nicht sehen konnte und alles echt aussah.

Wohlgemerkt gilt das auch für hypnotische Subjekte,  die nach allgemein akzeptierten Kriterien klassischerweise als „tief hypnotisiert“ gelten!

Und es gilt auch für Experimente, die den üblichen Versuchen, die man auf Internet-Videos sehen kann,  an Realismus, Raffinesse und Glaubwürdigkeit weit überlegen sind!

Dies ist sicherlich ein wesentlicher Grund, warum Hypnotisierten (und!!) „Wache“ bei solchen spektakulären Experimente so gut mitmachen, mehr noch als bei den Versuchen von Milgram.

Wenn ein Experimentator ernsthaft und überzeugend vermittelt, daß er wirklich will, daß man ihm gehorcht, dann wird der Versuchsteilnehmer gewöhnlich auch glauben, daß tatsächlich Gehorsam erwartet wird…und er wird außerdem auch glauben, daß  Sicherheitsmaßnahmen bestehen müssen, auch wenn sie noch so geschickt versteckt sein mögen.

Dies gilt völlig unabhängig davon, ob Hypnose vorliegt oder nicht, und es trifft auch für tief hypnotisierte Probanden zu.

Im Gegenteil, es hat sich gerade bei Hypnotisierten herausgestellt, daß sie besonders schwer zu täuschen sind.

Um also einen Beweis zu führen, daß man Menschen mit Hypnose zu allem bringen kann, muß  man sicherstellen, daß die Teilnehmer nicht an versteckte Sicherheitsvorkehrungen glauben, sondern auf das Experiment reinfallen.

Denn wenn sie nur mitmachen, weil sie eh denken, daß für die Sicherheit aller Beteiligten gesorgt ist, dann beweist so ein Experiment rein gar nichts.

Der Hypnoseforscher G.H. Estabrooks hatte einmal gemeint, daß man erst dann klare Beweise für die manipulative Macht der Hypnose besitze, wenn es in einem Versuchs-Labor Tote gibt.

Das ist aber falsch. Es ist ethisch und rechtlich gesehen natürlich wichtig, daß die Versuche sicher sind, aber es hat keinen Einfluß auf die Aussagekraft eines Experimentes. Wichtig ist hierfür nur, was die Teilnehmer über das Experiment denken, ob sie GLAUBEN, daß es wirklich gefährlich ist oder nicht. Und somit wir hätten einen weiteren Leitsatz:

Damit ein Experiment zu Hypnose-Verbrechen überhaupt einen Wert hat, braucht man nicht nur eine angemessene Kontrollgruppe von „wachen“ Probanden.  Es muß auch sicherfestellt wrden, daß die Teilnehmer glauben, daß der Versuch wirklich blutiger Ernst ist.

Ansonsten kann man nur spekulieren: Haben die Probanden mitgemacht, weil sie sich dachten, daß  in Wahrheit schon alles  sicher ist? Oder haben sie das nicht geahnt, sondern haben geglaubt, daß das Experiment wirklich gefährlich ist? Wenn ja, warum haben Sie dann aber dennoch mitgemacht? Wegen der allgemeinen hohen Gehorsamsbereitschaft von Versuchsteilnehmern, oder wegen der Hypnose selbst?

Es gibt ganze E-Books, die nur die älteren „naiven“ Experimente kennen und daher aufs Spekulieren angewiesen sind….und sich dabei kräftig verspekulieren.

Wenn die üblichen Internet-Videos, die die negative Macht der Hypnose beweisen sollen, schon keine Kontrollgruppen verwenden, sind die dort zu sehenden Experiment dann wenigstens so konzipiert,  daß sichergestelt ist,  daß die Probanden es nicht einfach durchschauen und deshalb mitmachen?

Auch hier fällt die Antwort enttäuschend aus: Nein, im Gegenteil, diese Experimente sind gewöhnlich extrem durchschaubar!

Doch kommen wir nun aber  zu einem wichtigen Gegenargument, das immer wieder benutzt wird:

Was ist aber, wenn man hypnotische Täuschungen wie etwa Halluzinationen benutzt, um die Versuchsteilnehmer in die Irre zu führen? Kann man auf diese Weise nicht bequem ihre Realitätsprüfung aushebeln und sie damit zu allem bringen?

Schließlich kann man bei  hinreichend „tief Hypnotisierten“ durch Suggestionen das Denken und die Wahrnehmung erheblich verändern. Diese Argumentation ist sehr weit verbreitet, und die Versuche, die auf Internet-Videos gezeigt werden, bedienen sich gewöhnlich genau dieses Tricks.

Hypnotische Täuschung und unterbewußtes Wissen

Nehmen wir an, jemand wird hypnotisiert, und man befiehlt ihm dann, etwas zu stehlen. Nun sagt man dieser Person aber, daß diese Sache ihr Eigentum ist, und weil sie schön tief hypnotisiert ist, glaubt sie es auch. Wird da nicht die Kritikfähigkeit und das moralische Empfinden eines Menschen umgangen?

Hat derjenige dann überhaupt eine Chance, sich zu wehren?

Immer wieder liest man,  daß man auf diese Weise Hypnotisierte tatsächlich zu allem bringen könne.

Anders als man manchmal hört, kennt die Hypnoseforschung diese Argumentation natürlich, und zwar seit vielen Jahrzehnten.

Warum ist sie dennoch sehr skeptisch?

Nun, es hat sich herausgestellt, daß hypnotische Halluzinationen nicht „vollständig“ sind. Es bleibt immer wenigstens ein unterbewußtes Wissen über die Realität. Wenn man jemandem suggeriert, daß er eine Person auf einem Stuhl gar nicht da ist, dann wird  er dennoch ungern auf diesem Stuhl Platz nehmen.

Oder wenn jemand beispielsweise hypnotisch taub ist, und ihm  dann eine  Suggestionen gegeben wird, dann wird er trotzdem reagieren, obwohl er sie bewußt nicht hören kann.

Wenn ein Hypnotisierter etwas visuell negativ halluziniert (also etwas nicht sieht, obwohl es sich vor seiner Nase befindet), und man ihm dann suggeriert, daß er sich trotzdem an diesen Gegenstand erinnern kann, dann wird er sich erinnern. Obwohl er ja bewußt gar nichts gesehen hat.

Wichtig ist bei solchen Experimenten nur, daß die Suggestion glaubwürdig gegeben wird, damit der Hypnotisierte sie nicht in seinem (unterbewußten) Denken als „Test“ einstuft, dem er widerstehen soll.

Ein anderes Beispiel: Einer Person, die spanischsprachig afgewachsen ist, wird suggeriert, daß sie wieder ein kleines Kind von vier Jahren sei. Sie wird dann auf Englisch gefragt, wie alt sie sei. Obwohl sie mit vier Jahren noch kein Wort Englisch kannte und die Frage eigentlich nicht verstehen dürfte,  antwortet sie (auf Spanisch), daß sie vier Jahre alt sei. Sie wird auch auf Englisch gefragt, ob sie Englisch verstehe, und sie verneint (auf Spanisch).

Oder einem Subjekt wird Amnesie (Vergessen) suggeriert, und dennoch läßt sich an seinem Verhalten zeigen, daß es ein unterbewußtes Wissen beibehält (und sogar auf intelligente Weise in seine Überlegungen mit einbeziehen kann).

Es gibt also eine Art unterbewußter Informationsverarbeitung, ein unterbewußtes Wahrnehmen, Denken und Erinnern. In der Hypnoseforschung spricht man in diesem Zusammenhang von „Trancelogik“ und dem „versteckten Beobachter („hidden observer“).

Man könnte also sagen, daß ein „Teil“ des Hypnotisierten an die hypnotische Suggestion glaubt und das wahrnimmt, was der Hypnotiseur ihm suggeriert. Ein anderer, unbewußter (verborgener)  “Teil“ aber weiß sehr genau, was  wirklich Sache ist und was nicht.

(Die einzige Alternative zu dieser Auffassung wäre letztlich, daß alle diejenigen, die nach ihrer Aussage zum Beispiel negative Halluzinationen oder hypnotische Taubheit erleben, die Unwahrheit sagen.

Das halte ich aus verschiedenen Gründen für ausgeschlossen; wenigstens ein großer Teil erlebt es sicherlich so, wie er es sagt. Aber selbst wenn es wirklich so wäre, daß all diese Probanden die Unwahrheit sagen, würde es ja bedeuten, daß der Hypnotisierte sogar auf bewußter Ebene voll im Bilde ist, wenn man ihm hypnotische Täuschungen suggeriert, und also auf diese Weise nicht manipuliert werden kann.)

Es kann hier nicht vertieft werden, aber  es hat sich deutlich gezeigt, daß selbst die hervorragendsten hypnotischen Subjekte selbst in „tiefster Trance“ also zumindest unterbewußt sehr wohl Realität und Illusion unterscheiden können.

Und sie können dieses Wissen auf intelligente und zielgerichtete Weise in ihr Handeln einbeziehen.

Und deshalb kann man den Hypnotisierten letztlich wohl auch kaum wirklich durch hypnotische Phänomene täuschen.

Nun kann man dagegen natürlich einwenden,  daß Menschen im Drogenrausch schon aus dem Fenster gesprungen sind, weil sie glaubten, sie könnten fliegen. Offenbar fielen sie wirklich auf diese Illusion herein und besaßen kein unterbewußtes Wissen um die Realität.  Oder jedenfalls nicht auf einem „Level“, auf dem sie Nutzen daraus ziehen konnten.

Ich kann das hier nicht vertiefen, aber mein Gegenargument lautet: Veränderungen des Denkens und der Wahrnehmung bei Hypnose (und auch bei dissoziativen Störungen)  unterscheiden sich in diesem Punkt und auch ansonsten wesentlich von den Halluzinationen und Illusionen, die man bei organischen Psychosyndromen wie Drogenrausch und „endogenen“ Psychosen wie Schizophrenie finden kann.

Ein gibt einen weiteren möglichen  Einwand gegen die Meinung, daß der Proband wenigstens „unterbewußt“ die tatsächliche Situation erkennt und daher die Kontrolle behält.

Demnach  wäre der verborgene Teil des Hypnotisierten, der die  Wirklichkeit kennt,  so eine Art mentaler Zombie. Der „verborgene Teil“ wisse zwar, wie die Wirklichkeit tatsächlich aussieht, er könne dieses unterbewußte Wissen auch auf intelligente Weise in sein Handeln einbeziehen, und ihm sei außerdem auch alles bakannt, was  jener andere Teil der Psyche weiß, der der hypnotischen Täuschung unterliegt.

Gleichzeitig habe der verborgene Teil aber keinerlei  Zugang zu den Werten und dem Willen des Hypnotisierten;  er habe nur das Bestreben, dem Hypnotiseur zu gehorchen, was er auf intelligente und reflektierte Weise tue. Er handele eigenständig und unabhängig vom Hypnotisierten, der dann eine Art „Wirt“ sei. Wahrlich ein Zombie, der da in der Hypnose in unserem Gehirn leben soll!

Eine solche Vorstellung ist aber kaum mit den Erkenntnissen der Psychologie vereinbar, und außerdem ist sie, gelinde gesagt, ziemlich abenteuerlich. Sie ist mir auch aus der hypnosewissenschnschaftlichen Literatur nicht bekannt, der Vollständigkeit halber will ich sie aber erwähnt haben, da es ein paar Leute gibt, die so zu  denken scheinen.

Wesentlich einfacher und naheliegender ist die  Auffassung, daß dieser „verborgene“ Teil  nichts anderes ist als der Hypnotisierte selbst, der unterbewußt, aber zielgerichtet handelt - mit seinem Wissen, seiner Intelligenz, seinen Motiven, seinem Willen und seinen Werten.

Diese Sichtweise ist auch durch die Beobachtungen und Forschungen wesentlich besser untermauert als die „Zombie-These“.

Man kann es vielleicht auch so ausdrücken: Die betreffende Person schafft es, bestimmte Informationen von der expliziten Repräsentation in ihrem Bewußtsein auszuschließen. Sie verarbeitet sie aber weiterhin und ist in der Lage, sie in ihr Handeln einzubeziehen, und zwar in ihrer Eigenschaft als menschliche Person.

Doch kommen wir aber nun zur Praxis:  Gibt es irgendwelche überzeugenden empirischen („erfahrungsmäßigen“) Beweise dafür, daß man durch hypnotische Täuschungen die Chance auf „hypnotische Verbrechen“ erhöhen kann? Wird diese Vermutung durch die „Praxis“ gestützt?

Die Antwort lautet klar: „Nein!“

Zwar gibt es tatsächlich Versuche, wo dieses Verfahren benutzt wurde.

In dem oben beschriebenen Experiment beispielsweise, wo die Probanden nach giftigen Klapperschlangen greifen sollten,  wurde einem Teil der Probanden suggeriert, daß es sich dabei  um Stücke von Seilen handele.

Aber das hat keinen Unterschied gemacht: Mit und ohne Täuschung gehorchten fast alle. Genau wie diejenigen, die gar nicht hypnotisiert worden waren.

Es gibt im Gegenteil immer wieder Beispiele, wo tief hypnotisierte Subjekte offensichtlich ihr unterbewußtes Wissen in ihrem Interesse nutzen. Sie begingen zwar alle möglichen Schein-Verbrechen,  aber vermieden trotz hypnotischer Täuschungen Dinge,  die wirklich peinlich gewesen wären oder auf eine sehr realistische Weise den Eindruck erweckten, tatsächlich gefährlich zu sein.

Es existiert auch noch ein anderer starker Einwand gegen die These, daß hypnotische Täuschungen für die erfolgreiche Manipulation ausschlaggebend ist. Nehmen wir einmal kurz an, es wäre so, daß die suggestive Verzerrung der Realität wirklich entscheidend ist. Dann käme alles auf die bewußte Wahrnehmung des Hypnotisierten an.

Wenn jemand auf der Ebene seines bewußten Denkens eine Handlung für okay hält, wird er sie demnach also ausführen; wenn nicht dann nicht. Entsprechend dieser Auffassung muß man den Probanden also so täuschen, die eine Handlung, die er sonst ablehnen würde, für ihn moralisch annehmbar wird.

Nun kann man den Spieß aber auch umdrehen: Man befiehlt völlig harmlose Dinge, täuscht dabei aber durch hypnotische Suggestionen vor, daß es sich um sehr schlimme Handlungen handelt. Beispielsweise befiehlt man jemandem, daß er mit einem Gummidolch auf eine andere Person einstechen soll, was ja eigentlich harmlos ist.

Aber man suggeriert dabei, daß der Dolch eine echte Waffe sei, und stellt somit diese Handlung als hochgradig gefährlich und unmoralisch hin.

Wenn es nun wirklich auf das „bewußte“ Denken ankäme und die hypnotische Täuschung erfolgreich ist, dann müßten solche Experimente einen sehr schweren Stand haben. Das gilt selbst angesichts der hohen allgemeinen Gehorsamsbereitschaft.

Doch offenbar sieht die Realität ganz anders aus.  Solche Versuche wurden mit großem Erfolg auch bei „hervorragenden Somnambulen“ durchgeführt, besonders in der Anfangszeit der Hypnose.

Das verträgt sich sehr schlecht mit der Meinung, daß es bei solchen Versuchen auf den bewußten Glauben ankommt…

Es scheint vielmehr zu gelten:

Ob man also „das Bewußtsein“ über die moralische Annehmbarkeit einer Handlung täuscht, und wenn ja  „in welche Richtung“, scheint offenbar egal zu sein.

Handlunsgrelevant ist offensichtlich das unterbewußte Wissen und Denken.

Daraus folgt selbstverständlich  nicht, daß solche Experimente mit Halluzinationen nicht funktionieren würden! Sie funktionieren natürlich!  Im Gegenteil, selbst die unglaublichsten Dinge gehen.

Das wäre ja auch seltsam, wenn diese Versuche plötzlich nicht mehr gehen würden, sobald man Halluzinationen benutzt, obwohl sie sogar ohne Halluzinationen und sogar ohne Hypnose prima funktionieren!

Der Erfolg von solchen Experimenten mit Halluzinationen bedeutet dann aber natürlich nicht, daß die Halluzinationen der Grund für dieses gute Funktionieren wären!

Eine Anmerkung muß man allerdings noch machen: Je mehr die Versuchspersonen überzeugt sind,  daß tatsächlich Gehorsam erwartet wird, je mehr gehorchen sie auch.

Das liegt wie bereits erwähnt offenbar daran, daß sie dann denken, daß der Versuchsleiter sie nicht nur auf die Probe stellt, sondern daß er wirklich möchte, daß das Experiment klappt; und daß er selbstverständlich auch für die Sicherheit sorgt.

Die Suggestion von Halluzinationen kann vermutlich indirekt wirksam sein: Sie kann eventuell die (unterbewußte) Überzeugung, daß das Experiment gemäß dem Wunsch des Hypnotiseurs tatsächlich funktionieren soll, erhöhen.

Wie Versuche  aber gezeigt haben, ist diese Vorgehensweise nicht nötig. Der Versuchsleiter kann auch so glaubwürdig vermitteln, daß er Gehorsam möchte, und er wird ihn dann auch ohne Halluzinationen erhalten.

Persönlich habe ich übrigens eine Reihe von informellen Experimenten zu Halluzinationen und zum „hidden observer“, beziehungsweise zur unterbewußten Wahrnehmung, gemacht, wenn auch nicht zum Thema „Verbrechen“.  Allein  schon deshalb und unabhängig von allen „objektiven“ Argumenten wäre ich extrem skeptisch, daß man  Menschen durch hypnotische Illusionen beliebig täuschen und manipulieren kann. Dies gilt ungeachtet dessen,  daß der Proband hypnotische Halluzinationen und Illusionen subjektiv als sehr intensiv und real erleben kann, was dann auch für den Beobachter beeindruckend ist.

Zusammenfassend kann man also sagen: Daß suggerierte Halluzinationen Verbrechen begünstigen können, ist erst einmal nichts als eine reine Mutmaßung (und keinesfalls eine erwiesene Tatsache!). Sie ist schon theoretisch sehr angreifbar. Gute empirische Argumente für sie gibt es auch nicht,  das Gegenteil ist eher der Fall. Es handelt sich also um eine reine Spekulation ohne überzeugende Begründung.

Insbesondere gilt natürlich:

Will man also beweisen, daß man jemanden mit Hypnose zu Dingen bringen kann, die er sonst nicht täte, so gelten für Versuche mit dem Einsatz von Halluzinationen dieselben Regeln wie für Experimente ohne sie.

Das heißt, es werden Kontrollgruppen benötigt, und man muß sicherstellen, daß  der Hypnotisierte nicht durchschaut,  daß das Experiment nur ein Experiment ist, und sei es auch „nur“ unterbewußt.  Dies sind Bedingungen, die wie gesagt bei den „üblichen“ Internet-Videos noch nicht einmal im Ansatz erfüllt sind.

Einige weitere Punkte bedürfen noch einer kurzen Erörterung.

Kriminalfälle

Wie sieht es mit den Fällen aus, wo ein krimineller Hypnotiseur Menschen mißbraucht hat?

Erstens sind diese Fälle extrem selten. Zweitens bestand unabhängig von Hypnose immer eine starke emotionale Verbindung zwischen Täter und Opfer. Aus der Psychologie und Psychiatrie ist bekannt, daß so etwas allein oft ausreicht, damit der eine den anderen zu extrem unsinnigem oder gar kriminellem Verhalten anstiftet.

Außerdem wissen wir nur vom (vermeintlichen) Opfer, daß eine Hypnose stattgefunden hat.  Es bleibt die Frage, ob man seinem Zeugnis glaubt, denn  Schutzbehauptungen, Einbildungen  und Wahnideen sind auch Möglichkeiten, die man auch in Betracht ziehen muß.

Ein Fall, der vor einiger Zeit im Fernsehen behandelt wurde und die kriminelle Macht der Hypnose beweisen soll, war der „dänische“ Fall Nielsen/Hardrup. Hardrup überfiel eine Bank und erschoß dabei einen Kassierer. Er soll das auf den hypnotischen Befehl seines Freundes Nielsen gemacht haben.

Die beiden Männer verband aber eine enge Beziehung, eventuell mit homoerotischen Einschlägen. Sie hatten den Plan, Dänemark vor dem Kommunismus zu retten. Dafür sollte Hardrup als wohlwollender Diktator Dänemarks eingesetzt werden. Für die politischen Pläne brauchte man Geld, und so begründete Nielsen die Notwendigkeit, eine Bank auszurauben.

Das Gericht kam zur Auffassung, daß Hardrup geisteskrank war und wies ihn in eine Anstalt ein.

Später widerrief der übrigens seine Aussage und gab an, niemals von Nielsen hypnotisiert worden zu sein.

Vor einiger Zeit geisterte eine Meldung von einem „Hypnose-Dieb“ durch die Presse. Es handelt sich dabei um einen Mann, der in Italien  Kassierer ausgeraubt hat, was von Überwachungskameras festgehalten wurde. Es wurde gemutmaßt, daß er dabei Hypnose eingesetzt haben soll. Laut einem Hypnotiseur, der bei einer Sendung zu dem Thema mitgewirkt hat,  hat sich inzwischen jedoch herausgestellt, daß es sich bei diesem Mann einfach nur um einen Trickdieb gehandelt hat. Genauere Informationen zu diesem Fall besitze ich aber leider nicht. Jedenfalls ist Hypnose kein Zustand der Willenlosigkeit.

Sexueller Mißbrauch

Es kommt leider immer mal wieder vor, daß ein Hypnotherapeut einen Patienten (meist eine PatientIN) sexuell mißbraucht.

Wäre dies nur - oder fast nur - bei der Hypnotherapie der Fall, so gäbe es ein ernstzunehmendes Argument dafür, daß Hypnose sexuellen Mißbrauch begünstigt. Nun ist es aber leider so, daß dieses Verhalten auch immer wieder von anderen Therapeuten aus anderen Therapieformen berichtet wird.

Daher ist es ungerechtfertigt zu schließen, daß nur die Hypnose der Schuldige sein kann.

Der „hypnotische Zwang“

Es stimmt, daß manche Hypnotisierte das Gefühl haben können, unter einem Zwang zu stehen und den Suggestionen des Hypnotiseurs nicht widerstehen zu können. Das gilt vor allem dann, wenn ihnen Suggestionen gegeben werden, die einen Kontrollverlust beinhalten.

Beispielsweise suggeriert man einem Versuchsteilnehmer, daß er fest an seinen Stuhl angeklebt ist und nicht aufstehen kann.  Ein „gutes“ hypnotisches Subjekt hat dann oftmals das Gefühl, daß es wirklich trotz seiner besten Bemühungen nicht aufstehen kann.

Aber auch hier gibt es starke Argumente dafür, daß der Hypnotisierte auf einer unterbewußten Ebene freiwillig mitmacht. Wenn man nämlich vor der Hypnose zu den Teilnehmern sagt, daß gute hypnotische Subjekte den Suggestionen widerstehen können, dann können sie es auch!  Ansonsten kann es bei entsprechenden Versuchen nur ein Teil.

Das hat einen Grund: Der Proband ist gewöhnlich motiviert, gut mitzumachen. Dies gilt insbesondere für “tief Hypnotisierte“. Die Versuchsteilnehmer haben ein Interesse daran, daß das Experiment gut funktioniert. Oder sie befinden sich in einer Situation, in der sozialer Druck besteht, daß es schön klappt.

Die meisten Hypnotisierten  sind also  bestrebt, „gute“ hypnotische Subjekte zu sein. Darum verhalten sie sich so, wie sie glauben, daß ein Hypnotisierter sich verhält. Das ist kein bewußtes „Schauspielen“, sondern läuft bei vielen eher auf einer unterbewußten Ebene ab. Dies gilt auch wiederum insbesondere bei „tief Hypnotisierten“.

Wenn ein Hypnotisierter  das subjektive Gefühl des Zwanges hat, dann liegt das also daran, daß er den übergeordneten Wunsch hat, bei der Hypnose mitzumachen. Siehe auchden Artikel „Hypnotische Rolle[...]„.

Für das Gesagte sprechen indirekt auch die beiden nächsten Abschnitte.

Die posthypnotische Suggestion

Bei der posthypnotischen Suggestion wird ein Auftrag für die Zeit nach der Beendigung der Hypnose gegeben. Das kann beispielsweise beinhalten, daß der Proband seinen linken Schuh ausziehen oder Musik halluzinieren soll. Manchmal wird Amnesie (Vergessen) für diese Suggestion suggeriert, und sie kann trotzdem wirken.

Ein Teil der Probanden erlebt  die posthypnotische Suggestion  als  Zwang und/oder weiß nicht, warum er so handelt, wie er handelt, oder registriert nicht bewußt, was er tut. Gleich mehrere Experimente zeigen jedoch, daß man auf diese Weise nicht das Verhalten einer anderen Person kontrollieren kann.

Beispielsweise gab man einerseits „tief hypnotisierten“ Versuchsteilnehmern den posthypnotischen Auftrag, dem Experimentalleiter täglich eine Postkarte zu schicken. Gleichzeitig wurden Nicht-Hypnotisierte im wachen Zustand einfach darum gebeten, daß sie jeden Tag eine Postkarte senden mögen. Das Ergebnis war immer dasselbe: Die „Wachen“ schickten mindestens so viele Karten wie die „tief Hypnotisierten“.

Der hypnotische „Zwang“ scheint also auch hier auf der subjektiven Ebene des Erlebens zu liegen, nicht auf der objektiven Ebene des Handelns.

Auch viele andere Forschungen zur posthypnotischen Suggestion sprechen stark dafür, daß der Hypnotisierte (selbst bei hypnotischer Amnesie) zumindest unterbewußt die Kontrolle über sein Handeln behält und sehr wohl weiß, was er tut. (Siehe dazu auch den, allerdings eher ansprucsvollen, Artikel „Die posthypnotische Suggestion“.)

Gehorsam hypnotisierter Personen im allgemeinen

Wie verhält es sich mit dem Gehorsam Hypnotisierter allgemein, also in Situationen, die unangenehm sind, wo es aber nichtgerade  um „Verbrechen“ geht?

Es hat sich leider gezeigt, daß Menschen in erstaunlichem und erschreckendem Maße gehorsamsbereit sind, wenn sie jemanden als Autorität akzeptieren.

Dies gilt manchmal selbst dann, wenn sie zu glauben scheinen, daß echte Gefahr besteht. Man denke an das eingangs erwähnte Milgram-Experiment mit den vermeintlichen Stromstößen.

Verschiedene Untersuchungen sprechen aber eindrücklich dafür, daß dieser Gehorsam nichts mit der Hypnose als solcher zu tun hat, auch nicht mit ihrer „Tiefe“.

„Wache“ Probanden gehorchen in demselben Ausmaß, und wenn es eine Tendenz gibt, dann gehorchen sie sogar eher noch  mehr.

Es gibt einige interessante Experimente dazu, eines beispielsweise von den Hypnoseforschern D.S. Calverley und T.X. Barber.

Es wurden dabei Hypnotisierte und „Wache“ aufgefordert, ungerechte und sehr negative Beschwerdebriefe über Vorgesetzte zu schreiben.

Beide Gruppen gehorchten in demselben (sehr hohen) Maß, aber einige Hypnotisierte meinten, daß sie aufgrund eines hypnotischen Zwanges gehandelt hatten. Offenbar haben sie den sozialen Druck mit hypnotischem Zwang verwechselt.

(Man stelle sich vor, es hätte hier keine Kontrollgruppe gegeben! Dann hätte man nicht nur „herausgefunden“, daß Hypnotisierte sehr gehorsam sind, sondern auch noch bestätigt bekommen, daß die Kraft der Hypnose sie gezwungen hat!)

Tatsächlicher „Machtmißbrauch“ bei  Hypnose

Trotz des  Gesagten gilt aber, daß Hypnose auch mit sozialen Rollenerwartungen verbunden ist, die oftmals „Gehorsam“  beinhalten. Diese Erwartungen können stark sein und auf diesem Weg Mißbrauch indirekt begünstigen. Dies gilt aber auch für andere soziale Rollen, z.B. für die eines Versuchsleiters oder Therapeuten.

Zudem findet Hypnose oft ohnehin in Kontexten statt, die die Macht des Hypnotiseurs begünstigt: Eben bei Therapien, in psychologischen Experimenten oder auch bei Shows, bei denen ein erheblicher Gruppendruck bestehen kann.

Es spricht einiges dafür, daß man Menschen psychisch erheblich manipulieren kann. Das gilt ohne Hypnose, aber natürlich auch mit.

Wenn jemand also  beispielsweise angibt, von einem Hypnotiseur sexuell mißbraucht worden zu sein, so muß  man das ernstnehmen, so wie auch bei Mißbrauchsfällen aus der Psychotherapie. Dies ist wichtig für die juristische Beurteilung solcher Fälle.

Bei der Behauptung, durch Hypnose oder Telehypnose massiv beeinflußt zu werden, sollte man übrigens auch an psychopathologische Phänomene in Betracht ziehen und an Psychosen wie Schizophrenie denken, denn da kommt es häufig vor, daß jemand so etwas glaubt. Ein Laie kann diese Krankheit oft übersehen, da die Betroffenen in vielerlei Hinsicht normal und vernünftig sein können. Hier ist also im Zweifelsfall ein Psychiater gefragt.

Hypnoseforschung: Rückschritt oder Fortschritt?

Manchmal wird gesagt, daß die Hypnoseforscher und Therapeuten früher mehr wußten, weil sie an die Mißbrauchsmöglichkeiten der Hypnose glaubten.

Solche Aussagen stammen gewöhnlich von Leuten, die sich nie mit den Argumenten der Hypnoseforschung auseinandergesetzt haben und sich auf zumeist sehr alte Literatur beziehen, um ihre eigenen Ansichten zu untermauern.

Aber stimmt dieser Vorwurf?

Wenn früher jemand während einer Hypnose mißbraucht wurde, dann galt es manchen als selbstverständlich, daß die Hypnose und nur die Hypnose dafür verantwortlich sein konnte.

Heutzutage ist man da kritischer, und man weiß, daß auch alternative Ursachen in Betracht gezogen werden müssen.

Früher wurde es als selbstverständlich betrachtet, daß man keine Kontrollgruppen braucht, weil „Wache“ sowieso keinen scheinbar unethischen Befehlen nachkommen.

Inzwischen weiß man, wie falsch diese Annahme war.

Früher hielt man es für selbstverständlich, daß Hypnotisierte durch jedes noch so durchschaubare Experiment leicht zu täuschen sind.

Inzwischen hat sich klar gezeigt, daß das nicht stimmt.

Daher ist man heute kritischer. (Manche waren übrigens auch schon früher kritisch.)

Das ist kein Rückschritt, es ist Fortschritt!

Das „große Mißverständnis“

Wenn die Hypnoseforschung sagt, daß man Hypnotisierte zu nichts bringen kann, was sie nicht auch im „Wachzustand“ täten, dann wird das oft mißverstanden. Viele glauben das solle heißen, daß man Hypnotisierte  nicht zu (vermeintlichen) Verbrechen bringen kann.

Das ist aber ein großer Irrtum. Ich schreibe es noch einmal  und hebe es graphisch hervor, weil es so oft falsch verstanden wird:

Gemeint ist mit dieser Aussage, daß sowohl Hypnotisierte wie auch Nicht-Hypnotisierte äußerst erfolgreich zu Schein-Verbrechen gebracht werden können.

Wie dargelegt ist es aber sehr schwierig, aus dieser Tatsache Schlüsse zu ziehen, denn bewußt oder zumindest unterbewußt gehen die Teilnehmer offenbar fast immer davon aus, daß die Experimente  letztlich eben nur Experimente sind, und keine echten Verbrechen.

Noch eine Randnotiz: Forscher und Therapeuten

Diejenigen, die an die uneingeschränkte Macht der Hypnose glauben, sagen manchmal, daß die „Therapeuten“ das Mißbrauchspotential der Hypnose deshalb abstreiten, weil sie sich nicht mit dem Thema auskennen.

Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen, würde ich meinen, daß das  manchmal sogar zu einem gewissen Grade stimmen mag. Das ist auch nicht so schlimm, denn es ist ja auch nicht primär Aufgabe der Therapeuten, sich mit diesen Fragen zu beschäftigen. So etwas ist in erster Linie Sache der Hypnoseforschung.

Die Therapeuten übernehmen gewissermaßen oft einfach die Ergebnisse der Hypnoseforscher, häufig ohne die genauen Zusammenhänge und Hintergründe zu kennen. Das ist einerseits bedauerlich, andererseits haben die Therapeuten ja auch andere Aufgaben.

Angesichts der Möglichkeit, daß  Patienten sie mit entsprechenden Seiten aus dem Internet und gewissen Fernsehsendungen konfrontieren,  wäre eine  wenigstens etwas eingehendere Beschäftigung mit dem Thema aber doch ratsam.

Und eines sollte hoffentlich klar geworden sein: Auch wenn vielleicht nicht alle Therapeuten wissen, warum die „offizielle Lehrmeinung“ skeptisch im Hinblick auf „Hypnose-Verbrechen“ ist, die Hypnoseforschung hat ihre Gründe.

Zusammenfassung

  1. Es ist in einem erstaunlichen Ausmaß möglich, Hypnotisierte zu scheinbar selbstgefährdenden und kriminellen Handlungen zu bringen. Unter geeigneten Umständen wird dies mit nahezu allen Probanden funktionieren.
  2. Im selben Umfang kann man auch Nicht-Hypnotisierte zu solchen Verhaltensweisen bringen, wenn man sie denselben experimentellen Anforderungen und demselben sozialen Druck aussetzt
  3. Es ist kaum möglich, aus solchen Experimenten Schlüsse zu ziehen, da den Teilnehmer gewöhnlich klar ist, daß es sich nur um Experimente handelt, und daß es verborgene Sicherheitsmaßnahmen geben muß.
  4. Es ist äußerst fraglich, ob man Hypnotisierte durch Suggestivphänomene wie Halluzinationen „tatsächlich“ täuschen kann, um sie auf diese Weise beliebig manipulieren zu können. Es spricht vielmehr sehr viel dafür, daß zumindest ein unterbewußtes Wissen um die wahre Lage der Dinge selbst in der „tiefsten“ Hypnose und bei den „profundesten“ Halluzinationen fortbesteht.
  5. Es gibt ganz wenige Berichte von Kriminalfällen, bei denen Hypnose zur Begünstigung von Verbrechen eingesetzt wurde. Abgesehen von anderen Unklarheiten  ist es allerdings sehr fraglich, ob Hypnose „an sich“ eine ausschlaggebende Rolle gespielt hat.
  6. Es gibt Fälle von sexuellem Mißbrauch während Hypnosesitzungen. Die ursächliche Bedeutung der Hypnose ist allerdings zweifelhaft, und es kommt auch bei anderen Therapieverfahren zu ähnlichen Übergriffen.
  7. Hypnotisierte können zwar das Gefühl des hypnotischen Zwanges erleben, doch es spricht vieles dafür, daß hier eine Veränderung der subjektiven Wahrnehmung vorliegt und kein „objektiver“ Zwang, der über den sozialen und situativen Druck hinausginge.
  8. Auch posthypnotische Suggestionen können zum Gefühl eines Zwanges führen, oder es kann Amnesie (Erinnerungslosigeit) für den posthypnotischen Auftrag vorliegen.  Auch hier haben wir es jedoch offenbar nicht mit einem tatsächlichen Kontrollverlust zu tun, sondern „nur“ mit einer Veränderung des Erlebens.
  9. Zwar zeigen Hypnotisierte oftmals ein großes Maß an Gehorsam während entsprechender Experimente. Jedoch ist der Gehorsam „wacher“ Versuchsteilnehmer mindestens genau so groß.
  10. Ungeachtet des Gesagten gilt, daß Hypnose - aufgrund der mit ihr verbundenen sozialen Rolle  -unter  Umständen eine negative Beeinflussung begünstigen kann, so wie das auch für andere soziale Kontexte der Fall ist. Außerdem findet Hypnose oftmals in Situationen statt, in denen ein „Autoritätsgefälle“ besteht, insbesondere in Experimentalsituationen, in der Therapie oder während Shows. Deshalb muß man Vorwürfe erstnehmen, daß ein Hypnotiseur verantwortungslos oder gar kriminell handelt, etwa indem er Patienten sexuell mißbraucht. Insbesondere bei irgendwie „seltsamen“ Geschichten muß jedoch unbedingt ein psychopathologischer Hintergrund in Erwägung gezogen und gegebenenfalls durch einen Fachmann bzw. eine Fachfrau untersucht abgeklärt werden.
  11. Wenn die Hypnoseforscher heutzutage wesentlich skeptischer sind als frühere Generationen, so liegt dies nicht daran, daß sie unwissend wären. Vielmehr hat eine eingehende Forschung gezeigt, daß die Dinge kompexer sind, als man früher dachte, und daß manches kein Beweis ist, was auf den ersten Blick wie ein Beweis aussehen mag.
  12. Wenn es heißt, daß man mit Hypnose niemanden dazu bringen kann, Dinge zu tun, die er im Wachzustand nicht auch tun würde, dann wird das oft falsch verstanden. Diese Aussage bedeutet keineswegs, daß man Hypnotisierte nicht zu (scheinbaren) Verbrechen anstiften könnte. Das kann man sehr gut. Die Aussage bedeutet, daß es auch ohne Hypnose geht, und daß die Aussagekraft solcher Experimente mit Vorsicht zu beurteilen ist.
  13. Es mag sein, daß manche Kliniker, die der Möglichkeit von Hypnose-Verbrechen skeptisch gegenüberstehen, sich nicht eingehender mit der Thematik beschäftigt haben, und einfach die Ergebnisse der Hypnoseforschung übernehmen. Diese wenigstens weiß aber sehr wohl, wie sie zu ihrer Haltung kommt.
  14. Zwar konnte die Hypnoseforschung vielleicht nicht definitiv beweisen, daß man Hypnotisierte nicht zu Dingen bewegen kann, die sie im „Wachzustand“ nicht täten; jedoch erscheint diese Annahme vor dem Hintergrund zahlreicher Experimente zumindest als unwahrscheinlich.

Resümee: Es gibt kaum etwas einfacheres, als Hypnotisierte zu den unglaublichsten Dingen zu bewegen. Bewiesen ist damit aber noch gar nichts!

Abschließende Bemerkungen

Obwohl das Thema hochgradig komplex ist, hoffe und glaube ich, wenigstens einen ungefähren Einblick in die sachlichen Grundlagen gegeben zu haben.

Letztlich muß jeder Interessierte selbst zu seiner eigenen Einschätzung kommen.

Wenn plausibel werden konnte, daß die Dinge nicht so einfach sind, wie sie auf den ersten Blick erscheinen mögen, und die Hypnoseforschung nicht so naiv ist, wie man dies meinen mag, dann hat dieser Text seinen Zweck erfüllt. Wenn man sich wirklich ein fundiertes Urteil bilden möchte, so kann dieser Blog natürlich nur eine Einführung sein und die Lektüre weiterführender Fachliteratur nicht ersetzen! (Siehe Literaturliste unten.)

Die Gesichtspunkte, die hier angesprochen wurden, findet man außerhalb der Hypnoseforschung leider kaum irgendwo. Sie fehlen in fast jeder Diskussion und auf nahezu jeder Website.  Wie ich eingangs beschrieben habe, gibt es selbst Psychologen, die zwar offensichtlich keine genaueren Kenntnisse des Themas besitzen (was an sich noch keineswegs schlimm wäre), jedoch mit wenig qualifizierten Experimenten und Äußerungen an die Öffentlichkeit drängen.

Dies ist bedauerlich. Daher hätte ich am Ende noch eine Bitte an Sie:  Sollten Sie die dargebotenen Informationen als interessant empfinden und den Wunsch verspüren, etwas zu ihrer Verbreitung zu tun, dann machen Sie es ruhig! Sie könnten beispielsweise diese Seite weiterempfehlen oder verlinken, wenn sich das anbietet (natürlich ohne zu „spammen“).

Denn angesichts der einseitigen Informationslage halte ich es für wirklich wichtig, daß die hier besprochenen Sichtweisen und Argumente mehr Verbreitung erfahren.

So oder so bedanke ich mich für Ihr Interesse.

Ich habe diesen Artikel in der Begrifflichkeit der State-Theorien verfaßt, um den Zugang zu erleichtern. Damit will ich aber keine Stellung in der State-Nonstae-Debatte nehmen.  Falls Sie sich für dieses Thema interessieren, können Sie etwas dazu in der Literaturliste finden.

Ganz  zum Schluß

Ich will meinen Blog nicht so verstanden wissen, daß ich zu Experimenten zum Thema Hypnose-Verbrechen rate.  Solche Versuche können nicht nur psychologisch belastend sein; ohne großen Aufwand lassen sich ohnehin kaum Experimente durchführen, die eine ernsthafte Aussagekraft besitzen.

Anmerkung

Falls Sie diesen Artikel informativ fanden, könnte Sie auch Texte aus meinem „Haupt-Blog“ interessieren:

http://hypnoseinfos.wordpress.com/

Insbesondere könnten folgende Artikel Sie interessieren: „Hypnose ohne und gegen den Willen“ und „Die Bedeutung der Motivation für die Hypnose“.

Literatur

Ganz bewußt wurde in diesem Text auf die Nennung von Experimenten und Artikeln verzichtet, damit er leicht zu lesen ist.

Einige Hinweise soll es für Interessierte aber hier geben.

http://www.nzzfolio.ch/www/d80bd71b-b264-4db4-afd0-277884b93470/showarticle/4811c806-398b-43cb-9ebb-a9164462e76d.aspx

Dieser Artikel der Neuen Züricher Zeitung ist recht interessant. Leider wird allerdings nicht berichtet, daß die bekannten Experimente von Rowland und Young mit den Schlangen und Säuren wiederholt wurden.

Dabei hat man nämlich adäquate  “wache“ Kontrollgruppen benutzt und fand heraus, daß auch sie den Befehlen gehorchten. Und auch nicht, daß die junge Frau, die sich ausziehen sollte und weigerte, durch die hypnotische Illusion zu täuschen versucht wurde, sie sei allein.

http://www.hpz.com/gratishypnosebuch/hypnosebuch.html#manipulation

Hier eine kleine Erläuterung zum „hidden observer“ bzw. zur unterbewußten Informationsverarbeitung. Überhaupt sind die Seiten von Hans-Peter Zimmermann gut gemacht und inhaltlich reich und vielseitig.

Vorsicht: Alles weitere sind Fachartikel, die in Englisch abgefaßt und ziemlich anspruchsvoll sind.

http://www.sas.upenn.edu/psych/history/orne/orne1962estabrooksbc.html

Einer der zentralen und wichtigsten Texte überhaupt. Er ist zwar von 1962, enthält aber sehr wichtige Überlegungen, die sich später bestätigen sollten. Ausgesprochen einflußreich für die Hypnoseforschung.

http://www.psych.upenn.edu/history/orne/orneetal1965jpsp189200.html

Ebenfalls ein wichtiger, eher konkret-experimenteller Artikel. Unverzichtbar! Einige wichtige Literaturhinweise finden sich in einem Paper von Wagstaff sowie einem Bericht des BPS:

http://www.sagepub.com/bartolstudy/articles/Wagstaff.pdf

http://www.bps.org.uk/downloadfile.cfm?file_uuid=A7AF6617-1143-DFD0-7E14-10B42D589040&ext=pdf

Zur Lektüre empfohlen seien beispielsweise die Arbeiten von Calverley  &Barber; Barber, Levitt et al. und die beiden Artikel von Coe, Kobayashi und Howard.

Ein Übersichtsartikel, der sich auch mit unserem Thema beschäftigt und weiteren Literaturhinweise bietet, findet sich im Oxford Handbook of Hypnosis:

„Heap, M. (2008) Hypnosis in the courts. In M.R. Nash & A.J. Barnier (Eds.) The Oxford Handbook of Hypnosis. Oxford: Oxford University Press, pp 745-766.“

Zum Thema „hypnotischer Zwang“ sei auf die Übersicht von Lynn und Sivec verwiesen:

„Lynn, S.J. & Sivec, H. (1992)  The Hypnotizable Subject as Creative Problem Solving Agent. In Fromm E. & Nash M.R. (Eds.) Contemporary Hypnosis Research

Einen ähnlichen, aber kürzeren Text findet man unten auf der folgenden Seite unter der Überschrift „The ability to resist suggestion“

http://www.psych.utoronto.ca/users/joordens/courses/PsyD58/Hypno.html

Zur posthypnotischen Suggestion verweise ich – neben meinem obien verlinkten Übersichtsartikel - auf die Arbeiten von Amanda Barnier und Kevin McConkey, beispielsweise:

„Barnier, A. J. & McConkey, K. M. (1998) Posthypnotic respondung: knowing when to stop helps to keep it going. The International journal of clinical and experimental hypnosis 1998;46(2):204-19.“

„Barnier A. J.  &  McConkey K. M. (1999) Hypnotic and posthypnotic suggestion: finding meaning in the message of the hypnotist. The International journal of clinical and experimental hypnosis 1999;47(3):192-208.“

„Barnier, A. J. & McConkey, K. M. (1998) Posthypnotic responding away from the hyp notic setting. Psychological Science, 9″

Außerdem sei ein Artikel von Spanos et al. empfohlen, sowie auf die dort zitierte Literatur:

„Spanos, N. P., Menary, E., Brett, P. J., Cross, W. & ; Ahmed, Q. (1987). Failure of posthypnotic responding to occur outside the experimental setting. Journal of Abnormal Psychology, 96, 52-57.“

Zur State-Nonstate-Debatte finden Sie auf diesen Seiten mehr:

http://www.hypnosisandsuggestion.org/

(Rechtlicher Hinweis: Obwohl ich keinen Grund zur Annahme habe, daß die verlinkten Seiten rechtlich bedenkliche Elemente enthalten, kann ich dies natürlich auch nicht ausschließen, zumal sich Inhalte auch ändern können. Ich kann daher keine Verantwortung für die verlinkten Seite übernehmen. Sollten sich irgendwo rechtlich oder ethisch bedenkliche Inhalte auf ihnen finden, so distanziere ich mich von ihnen.)


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